<p>I. Hintergrund, Einstieg und Zusammenfassung</p>
<p>Stellen Sie sicher, dass der Kandidat die folgenden Schritte befolgt:</p>
<p>01 – Aufgabenstellung wiederholen: Von den Kandidaten wird erwartet, dass sie die Aufgabenstellung kurz zusammenfassen, um sicherzustellen, dass sie und der Interviewer dasselbe Verständnis haben.</p>
<p>02 – Eigene Gedanken einbringen (optional): Die Kandidaten können auf die Aufgabenstellung reagieren, indem sie kurze erste Einschätzungen äußern, die ihr unternehmerisches Denkvermögen demonstrieren, z. B.: „Das ist sehr interessant! Da ich selbst an einem globalen MBA-Programm studiert habe, kenne ich mich damit aus, wie ein solches Programm aussehen könnte, und würde mich freuen, bei dessen Gestaltung mitzuwirken!" oder „Die Gestaltung von Bildungsprogrammen ist etwas sehr Besonderes – es wäre spannend, den dafür notwendigen Prozess zu durchleuchten!"</p>
<p>03 – 2–3 Klärungsfragen stellen: Es ist üblich, dass Kandidaten 2–3 Klärungsfragen stellen, bevor sie ihr Framework entwickeln. Typische Fragen umfassen:</p>
<ul>
<li>Geografie der Aktivitäten/Leistungserbringung des Kunden</li>
<li>Ziel/Zielsetzung des Kunden</li>
<li>Geschäftsmodell des Kunden</li>
</ul>
<p>04 – Um Zeit zur Strukturierung bitten: In der Regel bitten Kandidaten um einige Minuten, um ihren Ansatz zu strukturieren.</p>
<p>II. Lösungsentwicklung</p>
<p>Frage 1: Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Faktoren, die die Entscheidung eines Bewerbers beeinflussen, welches Bachelor-Programm er besuchen möchte?</p>
<p>Musterlösung</p>
<ul>
<li>Programminhalt/Lehrplan: z. B. Art der Kurse, Lernmethodik (vorlesungsbasiert oder fallstudienbasiert), internationaler Charakter der Kurse</li>
<li>Programmqualität und Lehrpersonal: z. B. Leistungsausweis der Professoren, Gastdozenten oder Lehrbeauftragte aus Top-Universitäten/Unternehmen, Bewertungen der Professoren und Perspektiven der Studierenden, Ranking/Reputation des Programms</li>
<li>Recruiting/Career Services: z. B. Karriereberatung, Unterstützung bei der Praktikums- und Jobsuche, Beschäftigungsergebnisse (Branchen, Unternehmen und Vergütung), Zugang zu Unternehmensstandorten und deren Nähe</li>
<li>Kosten: z. B. Studiengebühren und Lebenshaltungskosten, Stipendien oder finanzielle Unterstützung, ROI des Programms in finanzieller und nicht-finanzieller Hinsicht, Opportunitätskosten durch den Verzicht auf andere Bildungsmöglichkeiten</li>
<li>Studierendenschaft: z. B. Verhältnis inländischer zu internationaler Studierender, Zulassungskriterien, Freundlichkeit der Studierenden und Campuskultur</li>
<li>Standort: z. B. Verfügbarkeit grundlegender Einrichtungen und Infrastruktur, Sicherheit des Campus und der Wohngebiete, Erschwinglichkeit, Fußläufigkeit, Temperatur und Wetterbedingungen</li>
</ul>
<p>III. Lösungsentwicklung</p>
<p>Frage 2: Die Universitäten haben das Ziel definiert, einen Erstsemesterjahrgang von 400 Studierenden aufzunehmen, mit einer 60-40-Aufteilung zwischen Studierenden aus dem Heimatland und Studierenden aus dem Ausland. Es wird davon ausgegangen, dass die 100 Studierenden, die derzeit in den lokalen Programmen eingeschrieben sind, in das GBM-Programm wechseln würden. Die erste Aufgabe des Teams besteht darin, zu beurteilen, ob dieses Ziel realisierbar ist.</p>
<p>Musterlösung</p>
<p>Benötigte Gesamtstudierendenzahl = 400 (240 inländisch und 160 international)</p>
<p>Derzeit in bestehenden Programmen eingeschrieben: 100 × 30% = 30 (international), 100 × 70% = 70 (inländisch)</p>
<p>Zusätzlich benötigte Studierende: 130 (international), 170 (inländisch)</p>
<p>Bei einer Aufnahmequote von 10% für internationale Studierende werden 1.300 internationale Bewerbungen benötigt; bei einer Aufnahmequote von 50% für inländische Studierende werden 340 inländische Bewerbungen benötigt.</p>
<p>Dies entspricht: 1.300/30.000 = 4,33% der qualifizierten internationalen Studierenden; 340/50.000 = 0,68% der qualifizierten inländischen Studierenden.</p>
<p>Für inländische Studierende realisierbar, für internationale Studierende herausfordernd.</p>
<p>IV. Lösungsentwicklung</p>
<p>Frage 3: Welche Möglichkeiten gibt es, Bewerber aus dem Ausland anzuziehen?</p>
<p>Musterlösung</p>
<ol>
<li>
<p>Programmspezifische Differenzierungsmerkmale: Internationale Ausrichtung durch den Lehrplan, Stärken des Lehrpersonals und der Forschung zu globalen Themen, internationale Mobilitätsprogramme wie Austauschprogramme und Partnerhochschulen</p>
</li>
<li>
<p>Finanzielle Anreize: Stipendien und finanzielle Unterstützung, Genehmigung zur Teilzeitarbeit, Beschäftigungsmöglichkeiten nach dem Abschluss für internationale Kandidaten</p>
</li>
<li>
<p>Unterstützung bei der kulturellen Integration: Onboarding-Services, Initiativen zu Diversität und Inklusion, Interaktionen mit der lokalen Gemeinschaft oder Unternehmensbesuche</p>
</li>
<li>
<p>Marketing- und Outreach-Strategien: Gezieltes digitales Marketing, Partnerschaften mit internationalen Hochschulen, Alumni- und Botschafterprogramme sowie länderspezifische Netzwerke</p>
</li>
</ol>
<p>V. Lösungsentwicklung</p>
<p>Frage 4: (Exhibit B vorlegen) Welche weiteren Maßnahmen kann die Universität ergreifen, um ein gutes globales Ranking zu erreichen?</p>
<p>Musterlösung</p>
<p>Im Hinblick auf die Lücken zu den GBM-Zielen gibt es zwei Bereiche mit erheblichem Rückstand bei den Bewertungen.</p>
<p>Um diese Bewertungen zu verbessern, kann die Universität folgende Schwerpunkte setzen:</p>
<ol>
<li>
<p>Forschungsoutput –
a. Erhöhung der Forschungsförderung
b. Internationale Zusammenarbeit
c. Förderung hochrangiger Publikationen</p>
</li>
<li>
<p>Internationaler Ruf – Die Universität würde vom internationalen Charakter der Zusammensetzung des Jahrgangs profitieren, kann sich aber auch auf folgende Bereiche konzentrieren:
a. Ausbau globaler Partnerschaften
b. Fokus auf internationale Rekrutierung und Diversität
c. Angebot globaler Kurse und akademischer Möglichkeiten für Studierende</p>
</li>
</ol>